Wie wird die schriftliche Deutsch Matura beurteilt?



Die Beurteilung der schriftlichen Deutsch Matura erfolgt nach bestimmten Kriterien. Finde heraus, was für dich wichtig ist.





Die Beurteilung der schriftlichen Deutsch Matura erfolgt nach bestimmten Kriterien, die vom BM für Bildung, Wissenschaft und Forschung festgesetzt wurden. Für dich als KandidatIn ist diese Information auch sehr wichtig! Denn um zu wissen, wie du die Matura schaffst, musst du auch wissen, wie diese beurteilt wird. Im Folgenden findest du die wichtigsten Kriterien.


Fachlich werden deine beiden Texte nach 4 Aspekten beurteilt:

1) Inhalt

2) Struktur

3) Stil und Ausdruck

4) Rechtschreibung, Grammatik, Beistrichsetzung


Jeder Text wird nach den Aspekten 1 und 2 getrennt beurteilt. D.h. dein erster Text wird nach Inhalt und Struktur bewertet und dein zweiter Text ebenfalls. Die Benotung erfolgt getrennt. Beide Texte müssen in diesen beiden Aspekten positiv sein, was bedeutet, dass die wesentlichen Aufgabenstellungen überwiegend erfüllt werden müssen. Die Aspekte 3 und 4 werden für beide Texte gemeinsam beurteilt. D.h. hier werden die Fehler also zusammengezählt. Wenn du also in einem Text nach den Aspekten 3 und 4 negativ bist, im anderen jedoch positiv, dann kann die Endbeurteilung für die Aspekte 3 und 4 durchaus insgesamt positiv sein.


Nun beschreibe ich genauer, worauf bei den einzelnen Aspekten geachtet wird. Beginnen wir mit dem Inhalt. Dabei ist wichtig, dass du die Arbeitsaufträge überwiegend erfüllst, d.h. du musst zumindest 2 von den 3 Aufträgen bearbeiten. Du solltest natürlich versuchen, alle drei Aufträge zu bearbeiten! Außerdem wird beim Inhalt darauf geachtet, dass du die Kriterien für die jeweilige Textsorte richtig anwendest. Darauf kannst du dich im Voraus sehr leicht vorbereiten! Hier sollten dir keine Fehler passieren. Als nächstes achten die PrüferInnen darauf, dass du den Input-Text verstanden hast. Bei den Arbeitsaufträgen wird fast immer verlangt, die wesentlichen Inhalte des Input-Textes zusammenzufassen. Wenn du das gut schaffst, dann hast du auch dieses Kriterium positiv erfüllt. Außerdem ist wichtig, dass deine Texte sachlich richtig sind, d.h. dass du dir nicht selbst widersprichst und keine Unwahrheiten verbreitest. Du solltest auch, wenn es für die Textsorte passend ist, eigene Ideen einbringen, also nicht nur Argumente aus dem Input-Text wiederholen.


Beim 2. Aspekt (Struktur) wird vor allem darauf geachtet, dass deine Texte klar aufgebaut sind. Deine Argumente müssen für die LeserInnen logisch strukturiert sein. Daher empfehle ich dir unbedingt vor dem Schreiben eine Gliederung zu machen! Das ist für einen logischen Aufbau eines Textes essentiell und erspart dir beim Schreiben sehr viel Zeit, da du dir schon vorher überlegt hast, in welcher Reihenfolge du deine Argumente vorbringst. Eine Gliederung ist übrigens auch ein guter Tipp für die mündliche Matura! Um zu zeigen, dass dein Text einen logischen Zusammenhang hat, gibt es in der Sprache verschiedene Mittel, z.B. Konnektoren, um Sätze miteinander zu verbinden. Die Verwendung einer falschen Zeitform könnte z.B. dazu beitragen, dass der Leser/die Leserin den Zusammenhang nicht versteht, was dann als negativ zu bewerten wäre.


Beim 3. Aspekt – Stil und Ausdruck – geht es erst mal darum, ob dein Schreibstil zur Textsorte passt. Denk also immer daran, an wen dein Text gerichtet ist. So sollte z.B. die Anrede in einem Leserbrief anders sein als die in einem Offenen Brief. Die PrüferInnen achten auch darauf, dass du einen abwechslungsreichen Wortschatz hast und Fachbegriffe – falls erforderlich – richtig anwendest. Wenn du beim Durchlesen Wortwiederholungen bemerkst, überlege dir Synonyme. Das Gleiche gilt auch für deine Sätze. Diese sollten ebenfalls abwechslungsreich sein! Es ist sehr wichtig, dass du unterschiedliche Satzarten verwenden kannst. Außerdem musst du unbedingt in eigenen Worten formulieren. Das ist besonders bei der Zusammenfassung essentiell! Du solltest nie wortwörtlich vom Input-Text abschreiben.


Der 4. Aspekt ist wahrscheinlich klar. Hier werden deine Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatikkenntnisse beurteilt. Achte also besonders beim Durchlesen auf diese Dinge, z.B. Groß- und Kleinschreibung, Beistriche, das/dass, Subjekt-Verb-Übereinstimmung, Fallfehler, die Verwendung falscher Bezugswörter oder Pronomen, etc. All diese Dinge solltest du ausreichend vor der Matura üben. Dazu gibt es Unmengen an Material im Internet, aber auch sehr hilfreiche Bücher mit Erklärungen und vielen Übungen. Bitte informiere dich rechtzeitig! Warte nicht bis 1 Woche vor der Matura mit dem Üben, denn dann hast du nicht genug Zeit, um das Gelernte zu festigen. Dein Gehirn braucht nämlich Zeit, um neu Gelerntes zu verarbeiten, sodass du es auch anwenden kannst. Setz dich nicht selbst unter Stress, indem zu spät mit dem Lernen beginnst. Das wäre nicht sehr schlau. Übernimm Verantwortung für deinen Lernprozess!